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Das uralte Geheimnis der Gelbfüßler

von Winfried Weithofer

Sauschwob", schimpft der ungehobelte Badener in Richtung Nachbar, und der revanchiert sich mit einem vergleichsweise milden Ausdruck: "Gelbfiaßler". Wer gelbe Füße hat, muss sich nicht schämen, höchstens, wenn er beim Wasserlassen nicht aufgepasst hat. Für die Herkunft dieses Begriffs ist eine andere Erklärung aber viel wahrscheinlicher: Badische Soldaten sollen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Uniformen mit gelben Hosen oder Gamaschen getragen haben.

Andere Gelbfüßler-Interpreten gehen noch weiter in der Geschichte zurück: Im 17. Jahrhundert hat angeblich Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, der legendäre Türkenlouis, seine zum Teil in gelben Strumpfhosen bekleideten Truppen in die Schlacht geführt.

Eine andere Theorie besagt, dass Gelbfüßler ursprünglich eigentlich nur auf die Bewohner der früheren Stadt Durlach (heute Stadtteil von Karlsruhe) gemünzt sei. Der Sage nach hatte der Markgraf von Baden wieder einmal den Zehnten erhöht - die Vorform der Steuer -, worauf die Durlacher Bauern erbost nach Karlsruhe zur markgräflichen Residenz marschierten, dort Wagenladungen voll Eier auskippten und zertrampelten. Ähnliche Aktionen von EG-Bauern mit Tomaten sind also nichts Neues. Die könnte man analog dazu "Rotfüßler" nennen.

Der Tübinger Professor Hermann Bausinger kennt noch eine andere Version: "Im Volksbuch von den Sieben Schwaben ist der Einzige von den sieben, der nicht aus dem bayerischen Schwaben kommt, der Bopfinger Gelbfüßler. Seinen Namen verdankt er der Anekdote, nach der die Bopfinger eine Ladung Eier, um mehr im Wagen unterzubringen, mit bloßen Füßen platt traten." Bopfingen, notabene, liegt auf der Ostalb.

(Quelle: Stuttgarter-Nachrichten Online 24.04.2002)



Anmerkung eines Badners in meinem Gästebuch:

Die Schwaben bezeichnen uns Badner als Gelbfüßler obwohl es dazu keinen Anlass gibt und niemand weiß warum. Nach neuesten Erkenntnissen war Gelbfüßler früher die Bezeichnung für die Schwaben. Erst um 1900 wanderte die Bezeichnung allmählich von den Schwaben zu uns Badnern, und schließlich wurden alle Badner von den Schwaben so bezeichnet, ohne jegliche Begründung.

Die wahren Gelbfüßler sind die Schwaben!

Fakten:
- 1582, in Johann Fischarts "Gargantua" wird gesagt, dass die Schwaben "gelb Füß" haben.
Möglicherweise, sagte man den Schwaben also von alters her gelbe Füße nach, weil sie wegen ihrer Armut barfuß liefen und ihre Füße daher vom Gehen in Staub und Kot einen braun-gelben Farbton angenommen hätten.

- 1750 ca. wird in den "Sieben Schwaben" der erste Schwabe als Gelbfüßler bzw. Gealfüaßler bezeichnet.

- 1827 In dem "Kriegszug der Sieben Schwaben" wird der Gelbfüßler Bopfinger genannt, die Bopfinger haben Eier in den Korb getreten damit mehr hineinpassen, und dabei gelbe Füß bekommen.

- 1831 im "Schwäbischen Wörterbuch" werden die Schwaben so genannt weil die Weinbauern gelbe hirschlederne Hosen trugen bzw. wegen der gelben Livree der Hofbediensteten.

Über uns Badner gibt es übrigens nichts ähnliches zu berichten, warum sollen wir dann die Gelbfüßler sein?

Die wahren "Gelbfüßler" sind somit die Schwaben, also nennen wir sie künftig auch so, die "Gelbfüßler".

Ausführliches dazu unter: http://omnibus.uni-freiburg.de/~post/gelbfues.html



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