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Haus am See

Unser Haus am See war ein Paradies. Es ist ein kleines Holzhaus, das nur eine Gesamtwohnfläche von 55 m² hat und eigentlich nur einen Raum, in dem wir uns die meiste Zeit aufgehalten haben. Mein Zimmer war sehr klein und hatte ein Doppelbett. Zu meinem Zimmerfenster kamen, seitdem dort von außen eine Leiter stand, immer die Katzen rein.
Im ganzen Haus gab es kein fließend warmes Wasser. Wenn man duschen wollte, mußte man erst einen Boiler anmachen. Im Winter war es teilweise recht kalt, weil der Ölofen, sobald es windete, nicht richtig geheizt hat. Aber es war auch gemütlich, wenn man sich in Decken einmummeln konnte. Im Sommer waren wir die meiste Zeit draußen. Direkt vor dem Haus ist eine Feuerstelle, wo wir oft ganze Hammelkeulen gegrillt haben. Manchmal taten es auch einfach nur ein paar Kartoffeln. Es schmeckt auf jeden Fall besser mit offenem Feuer zubereitet, als auf dem Herd oder im Backofen.
Das Bild von dem Haus auf dieser Seite ist schon ziemlich alt. Das Haus ist noch ganz bunt angemalt. Später war es gelb und hieß deshalb Zitronenhäusle. Leider haben wir keine schönen Bilder mehr. Ganz links ist mein Vater zu sehen.
Neben dem Haus wurde an meiner Geburt eine Birke gepflanzt, die der Eigentümer aber nach unserem Auszug sofort gefällt hat. Mein Baum ist also nur 17 Jahre alt geworden.
Hinter dem Haus ist eine große Wiese und der Kräutergarten von meiner Mutter (auch Kräuterhexe genannt). Wir hatten einige Kirschbäume, Apfelbäume, einen Walnußbaum, einen Zwetschgenbaum, einen Birnbaum und einen kleinen Sauerkirschbaum. Außerdem gab es Erdbeeren, Brombeeren, schwarze und rote Johannisbeeren und vereinzelt mal ne Himbeere.
Schon als Kind war ich stolzer Besitzer eines hellblauen Mercedes Benz, der auf der Wiese stand und mit dem ich fast täglich nach Amerika gefahren bin.
Wenn man so aufwächst, hat man keine Angst vor Spinnen und mag Blindschleichen, Kellerasseln und Fledermäuse. 
Die Fledermäuse haben in den vielen hohlen Pappeln gelebt, die um das Haus herumstanden.
Meine Eltern haben von einer Haushaltsauflösung mal eine Feldermaus mitgebracht, die in einem Wasserglas Winterschlaf gemacht hat. Wir haben sie unter der Treppe in einer Art Schublade mit Heu deponiert, wo sie ihren Winterschlaf zu Ende schlafen konnte. Ihr Name war Vladimir.
Oben an der Treppe des Hauses waren in rot die Buchstaben zu lesen: "UJA FIT". Aber was die bedeuten sag ich nicht!

Hier sieht man unser Zitronenhäusle in seiner leutenden Farbe von hinten und mit Schafen. Es ist auch meine Kletter-Schaukel zu sehen, auf die ich sehr stolz war!
Das linke der beiden Fenster ist das Fenster zu meinem Zimmer. Der kleine Anbau rechts unten ist das Kabuff. Dort war ein Matrazenlager, wo ich manchmal mit Freunden oder unser Besuch im Sommer geschlafen hat. Dort durfe man keine Angst vor Spinnen haben, da es war fast unmöglich alle Exemplare zu entfernen, weil sie sich so gut versteckt haben.
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