Kurzfassung
Einleitung
Material
REM
Biologie der Schwämme
Spicula-Grundtypen
Untersuchte Spicula
Aufgetretene Spicula
Nadelverwachsungen

Mikrostruktur-Typen
Pharetronenfaser
Hüllschichten
Deckschicht
Systematik & Taxonomie
Beschreibung der Arten
Ergebnisse
Literaturverzeichnis
REM-Aufnahmen

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Die Spicula der untersuchten Calcarea




Aufgetretene Spicula

Bei den untersuchten Pharetronen fallen als erstes die vielen Nadelbruchstücke auf. Es könnten Strahlen eines Triactins oder Tetractins gewesen sein oder durchgebrochene Diactine (Abb. 95). Komplett erhaltene Diactine sind selten zu beobachten. Sie werden allerdings in der Literatur als dominierende Spicula erwähnt ( Zittel 1878; Hinde, 1893; Krautter, 1994). Ebenfalls schwer zu erkennen sind Triaenen, da auch sie so gut wie nie komplett erhalten sind. Anhand eines Kreuzungspunktes von Nadelstrahlen läßt sich schwer bestimmen, um welche Form eines Tetractins es sich handelt. Bei den untersuchten Pharetronen sind überall reguläre Triactine und häufig calthrope Tetractine zu finden. Sagittale oder stimmgabelförmige Triactine sind eher selten. Ebenfalls selten sind gebogene Spicula, deren Funktion auch noch unbekannt ist. Sie treten bei Blastinia costata, Corynella sp., Elasmostoma frondescens, Eudea clavata, Holcospongia polita, Oculospongia sp. und Peronidella sp. auf. Gebogene Diactine wurden von Krautter, 1994 bei Eudea clavata beschrieben. Oktactine Nadeltypen kommen, wie bereits erwähnt, nur bei den paläozoischen Heteractinida vor und treten bei den vorliegenden Pharetronen nicht auf.
Stattdessen sind Nadeltypen zu beobachten, die in der Literatur nur teilweise beschrieben sind. Es kommen Triactine vor, bei denen ein Strahl viel dünner ist als die anderen beiden Strahlen. Dieser dünne dritte Strahl kann entweder kürzer sein als die anderen beiden Strahlen oder auch viel länger. Dies tritt bei Crispispongea expansa und Crispispongea parabolis (Abb. 72) und Eudea clavata auf. Bei Eudea clavata kommt außerdem eine gebogene Spiculaform vor, bei der im Bogen noch ein etwas unterentwickelter dritter Strahl zu erkennen ist (Abb. 90). Bei Crispispongea parabolis ist ein Tetractin vorhanden, bei dem vermutlich der vierte Strahl viel dünner ist als die anderen drei Strahlen. Es sind leider auf der Aufnahme nur, außer dem dünnen Strahl, noch zwei andere Strahlen zu erkennen, aber aufgrund ihrer Anordnung kann es sich nur um ein Tetractin handeln (Abb. 70). Zwei Strahlen eines Triactins haben bei Trachyphlyctia helvelloides enorme Unterschiede im Durchmesser. Der dritte Strahl ist leider nicht zu erkennen (Abb. 107). Es kommen also nicht nur reguläre Triactine mit gleichgroßen Winkeln, gleichlangen und gleichdicken Strahlen vor. Dunikowsky (1883) beschreibt schon irreguläre Triactine bei Corynella, Elasmostoma und Peronidella bei denen alle Winkel ungleich sind. Bei Corynella sp. (Abb. 63), Peronidella sp. und Eudea clavata (Abb. 89) wurden unter dem REM Triactine gefunden, die einer T-Form nahe kommen. Der dritte Stahl ist bei allen Beispielen leider schon am Kreuzungpunkt der Strahlen oder kurz danach abgebrochen. Einer der beiden sichtbaren Strahlen knickt meist noch etwas ab. T-förmige Triactine bei Pharetronen hat bereits Hurcewicz (1975) beschrieben.
Ein abgeknickter oder gebogener Strahl bei Triactinen tritt auch bei Elasmostoma frondescens (Abb. 80), Enaulofungia sp. (Abb. 82), und bei Eudea clavata (Abb. 86) auf. Bei Eudea clavata handelt es sich um den etwas längeren Strahl eines sagittalen Triactins. Es kann auch vorkommen, daß zwei der drei Strahlen abknicken. Dies ist bei Corynella sp. (Abb. 61), Elasmostoma frondescens und Blastinia sp. der Fall. Bei Oculospongia sp. tritt eine Nadelform auf, bei der es sich aufgrund der Anordnung der Strahlen um ein Triaen handeln muß. Der etwas längere Strahl knickt wie bei oben beschriebenen Triactinen ab. Zwei der anderen Strahlen sind verschieden dick und verschieden lang. Der vierte Strahl ist leider verdeckt (Abb. 101).
Bei Eudea clavata tritt ein Triactin auf, dessen Strahlen nicht in einer Ebene liegen, sondern alle leicht in eine Richtung gewinkelt sind (Abb. 91).
Schwer zu beschreiben ist eine Nadelform von Corynella sp., die einen komplett erhaltenen und einen abgebrochenen Strahl aufweist, der vermutlich mit einem Winkel von 150° zum ersten Strahl auf den Betrachten zulief. Der dritte Strahl veräuft mit einem Winkel von 140° zum ersten Strahl, knickt ab und ändert die Richtung um 45° (Abb. 64).


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Nadelverwachsungen


Bei den Pharetronen kann es vorkommen, daß Spicula aneinander anstoßen oder aneinander gewachsen sind. Die Spicula werden durch spezielle Zellen, den Scleroblasten, gebildet. Wenn Spicula dicht nebeneinander entstehehen, beeinflussen sie sich gegenseitig in ihrer Form. Bei Elasmostoma frondescens Abb. 81 ist zum Beispiel zu sehen, wie sich Nadelquerschnitte verformt haben. Sie weichen dann von der üblichen Kreisform ab. In einer Abbildung von Crispispongea expansa (Abb. 69) sind zwei Nadelquerschnitte schon fast ineinander gewachsen. In den meisten Fällen ist eine der beiden Spicula in keiner Weise verformt, und deshalb wohl früher entstanden. Ein Spiculum wird in seinem Wachstum durch eine anderes Spiculum bedrängt und versucht um das erste herumzuwachsen. Dadurch verändert es sich in seiner Form. Dies ist bei Elasmostoma frondescens, Trachyphlyctia helvelloides (Abb. 108) und Corynella sp. (Abb. 59) zu beobachten. Auch bei Peronidella sp. ist zu sehen wie ein Strahl eines Triactins in einen Strahl eines Tetractins gewachsen ist (Abb.104).


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