Kurzfassung
Einleitung
Material
REM
Biologie der Schwämme
Spicula-Grundtypen
Untersuchte Spicula
Mikrostruktur-Typen
Irregulärer Typ
Sphärolithischer Typ
Clinogonaler Typ
Orthogonaler Typ

Pharetronenfaser
Hüllschichten
Deckschicht
Systematik & Taxonomie
Beschreibung der Arten
Ergebnisse
Literaturverzeichnis
REM-Aufnahmen

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Mikrostrukturtypen


Die Einteilung erfolgt nach Wendt (1974) in 4 Mikrostruktur-Typen, die stellenweise ineinander übergehen und zusammen im selben Individuum vorkommen können:


Irregulärer Typ

Es handelt sich hierbei um einzelne kurze (5-10 µm) nadelförmige Strukturen, die ein wirr ineinander geschachteltes Gerüst mit großem Porenraum bilden. Manchmal ist eine Tendenz zur Parallellagerung der Nadeln und zu teilsphärolithischer Struktur zu beobachten. Dieser Struktur-Typus ist am weitesten verbreitet und bildet bei der Hauptmasse der von Wendt (1974) untersuchten Arten das primäre Schwammgerüst, d.h. den zentralen Teil der Pharetronenfaser. Als Beispiele sind Stellispongia variabilis, Eudea polymorpha, Peronidella sp., Corynella sp., Pharetrospongia sp. zu nennen.



Sphärolithischer Typ

Die einzelnen nadelförmigen Strukturen sind ziemlich lang (10-70 µm) und ordnen sich zu regelmäßigen (vollsphärolithischen) oder einseitig ausgerichteten (teilspärolithischen) kugeligen Aggregaten. Dieser Mikrostruktur-Typ ist bei fossilen Pharetronen seit langem bekannt. Schon Zittel (1878, Taf. 12, Fig. 8) bildete ihn bei Corynella gracilis und Steinmann (1882, Taf. 8, Fig. 3) bei Thaumastocoelia cassiana ab. Weitere Beispiele sind eine Art von Leiospongia, Sestromella robusta, Precorynella capitana und Precorynella pyriformis.



Clinogonaler Typ

Die einzelnen nadelförmigen Strukturen sind extrem lang (zum Teil über 100 µm) und stehen in dicht gepackten Bündeln, die fächerförmig in Richtung auf die Außenseite des Schwammkörpers divergieren. Diese Struktur entspricht der Trabekelstruktur der Scleractinia und Chaetetida und wurde auch bei rezenten und fossilen Hydrozoa nachgewiesen. Wendt (1974) stellte diesen Typ bei zwei Exemplaren von Stellispongia variabilis fest, obwohl diese eigentlich dem irregulären Mikrostruktur-Typen angehören. Auch eine Art von Leiospongia weist den clinogonalen Typ auf.



Orthogonaler Typ

Die einzelnen nadelförmigen Aragonitstrukturen haben eine Länge von 15-25 µm und bilden einen pallisadenartigen Saum senkrecht zur Oberfläche der Gerüst-Elemente. Dieser Typus, mit häufigen Übergängen zur clinogonalen Mikrostruktur, bildet in den meisten Fällen das sekundäre Schwammgerüst. Bei manchen Kalkschwämmen, die von Wendt (1974) untersucht wurden, wird das Kanal- und Kammersystem durch sekundäre, vom lebenden Organismus ausgeschiedene Gerüstsubstanz eingeengt oder sogar ganz verschlossen.



Anmerkung: Es konnte keine der beschriebenen Mikrostrukturtypen bei dem untersuchten Material mit Sicherheit bestimmt werden. Dieser Beschreibung nach wären alle untersuchten Exemplare irregulär.


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