Kurzfassung
Einleitung
Material
REM
Biologie der Schwämme
Spicula-Grundtypen
Untersuchte Spicula
Mikrostruktur-Typen
Pharetronenfaser
Hüllschichten
Deckschicht
Systematik & Taxonomie
Beschreibung der Arten
Ergebnisse
Literaturverzeichnis
REM-Aufnahmen

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Kurzfassung



Die im Rahmen dieser Arbeit untersuchten oberjurassischen Kalkschwämme stammen aus einem Gebiet um Alcobaça, etwa 80 km nördlich von Lissabon (Portugal). Es handelt sich bei diesen Kalkschwämmen überwiegend um Pharetronen. Es kommen außerdem untergeordnet auch zwei Arten coralliner Demospongiae (Neuropora lusitanica und Neuropora spinosa) und eine Art eines thalamiden Kalkschwammes (Sphaerocoelia sp.) vor, die oft mit den Pharetronen vergesellschaftet sind. Hauptaugenmerk wurde bei den Untersuchungen auf die Spiculation gelegt, die unter dem Rasterelektronenmikroskop betrachtet wurde.
Charakteristisch für die Pharetronen ist die sogenannte Pharetronenfaser. Sie besteht aus aragonitischen Hüllschichten, in welche die Spicula eingebettet sind. Die Hüllschichten sind 3-7 µm dünn und bestehen aus bis zu 20 Schichten, die unterschiedlich aufgebaut sein können. Entweder sind es sehr viele dünne Schichten, die konzentrisch um die Spicula liegen oder etwas dickere (bis 10 µm) halbmondförmige Schichten. Es kommt auch vor, daß um einen Nadelquerschnitt nur eine einzige Hüllschicht liegt. Innerhalb einer Art können mehrere dieser Hüllschichtformen vorkommen. Es handelt sich somit um kein artspezifisches Merkmal.
Dominierende Spicula sind reguläre Triactine und Calthrope. Es kommen aber auch Diactine, sagittale und stimmgabelförmige Triactine und Triaene vor. Selten sind gebogene Diactine und irreguläre Triactine, bei denen zum Beispiel ein Strahl viel dünner ist als die beiden anderen oder ein Strahl abknickt. Auch T-förmige Triactine konnten beobachtet werden. Die Spicula können sich gegenseitig in ihrem Wachstum beeinflussen, indem sie an- oder ineinander wachsen. Der ursprünglich kreisrunde Nadelquerschnitt verändert dadurch seine Form. Die Strahlenlänge schwankt zwischen 53 und 124 µm und der mittlere Nadeldurchmesser zwischen 14 und 28 µm. Grundsätzlich sind sich die Spiculae der Pharetronen in ihrer Größe und Form sehr ähnlich. Die Spiculation ist kein artspezifisches Merkmal. In einer Art können die unterschiedlichsten Spiculaformen vorkommen. Die verschiedenen Arten nur anhand der Spiculation zu unterscheiden, ist nicht möglich.
Die Wuchsform der untersuchten Schwämme kann in fünf Grund-Morphotypen eingeteilt werden: Zylinder/Halbzylinder, dendroide Formen, kissenförmige, fächerförmige und kugelige Formen. Die untersuchten Calcarea besiedelten hartes oder verfestigtes Substrat. Es kann sich dabei um ein biogenes Hartsubstrat (Crinoidenstiele, Muschelschalen, Korallenäste oder andere Kalkschwämme) oder einen bioklastischen Festgrund (verfestigtes Substrat aus Mergeln und groben Partikeln wie Schalenbruchstücken) handeln. Sie nehmen dabei teilweise die unterschiedlichsten Formen an, wie knollig, gew6ouml;lbt, verbogen oder verbeult.
Es wird außerdem in dieser Arbeit auf den allgemeinen Schwammaufbau und die Zelltypen der Calcarea und Demospongiae eingegangen.
Die Systematik der Pharetronen wird bis heute diskutiert und hat noch keine allgemeingültige Form gefunden. Zu den heute noch lebenden Pharetronen zählen die Minchinellida, Lelapiidae und Murrayonidae. Autoren aus der heutigen Zeit berücksichtigen allerdings die fossilen Pharetronen nicht in der von ihnen aufgestellten Systematik. Die systematischen Einteilungen aus dem 19. Jahrhundert widersprechen sich teilweise und sind aufgrund vieler Namensänderungen verwirrend.

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