Kurzfassung
Einleitung
Material
REM
Biologie der Schwämme
Spicula-Grundtypen
Untersuchte Spicula
Mikrostruktur-Typen
Pharetronenfaser
Hüllschichten
Deckschicht
Systematik & Taxonomie
Beschreibung der Arten
Ergebnisse
Literaturverzeichnis
REM-Aufnahmen
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Pharetronenfaser
Bezeichnend für die Pharetronen ist die sogenannte Pharetronen-Faser. Es handelt sich um wurmförmige, verzweigte, ineinander verschlungene und verflochtetene Gebilde von etwa 0,1-1 mm (Ziegler, 1964). Das Fasergeflecht erfüllt den gesamten Schwammkörper mit einem mehr oder weniger dichten Maschenwerk, das nur dort, wo Kanäle durchziehen ausgespart bleibt (Ziegler, 1964).
Die mineralogische Beschaffenheit der Fasersubstanz ist Aragonit (Wendt, 1974). Nachgewiesen hat dies Wendt (1974) durch Anfärben (Feiglsche Lösung) von Pharetronen-Dünnschliffen.
Die Pharetronen-Faser wird aus Kalknadeln aufgebaut. Dies stellte schon Zittel (1878) fest. Sein Schüler Dunikowski (1883) verglich die Pharetronen mit rezenten Kalkschwämmen und kam zu dem Ergebnis, daß nur die Nadeln primär gebildet seien, die umgebenden Fasern seien erst durch die Fossilisation entstanden. Die Kalknadeln sollen nur durch das Mesenchym zusammengehalten worden sein, das nach dem Tode des Tieres verkalkte. Rauff (1893, 1913, 1938) schloß sich der Meinung von Dunikowski an. Nach Steinmann (1882) sollen die Kalknadeln zu Lebzeiten des Tieres durch Spongin zusammengehalten worden sein.
Nach De Laubenfels (1955) zeigen die fossilen Pharetronen den Aufbau zweier rezenter Familien dieser Schwammordnung, der Lelapiidae (Nadeln nur durch Mesenchym verbunden) und Minchinellidae (Nadeln durch Kalkzement verbunden). Nach Vacelet (1960) handelt es sich bei den fossilen Pharetronen nicht um das primäre Nadelskelett sondern um den Steinkern der Maschen des Skelettnetzes, die ursprünglich von der organischen Substanz erfüllt waren. Er vegleicht die fossilen Pharetronen mit einer dritten Familie rezenter Pharetroniden, den Murrayonidae. Hinde(1883, S.159 in Ziegler, 1964) widerlegte die Ansichten von Zittel (1878), Dunikowski (1883) und Rauff (1893), ebenso wie Ziegler (1964), für den die Fasern vom lebenden Tier gebildete wurde. Trotzdem wird auch noch vielfach (z.B. Moret, 1921, 1952 und Müller, 1958 in Ziegler, 1964) die Pharetronen-Faser als ein Produkt der Fossilisation angesehen. Das geht sicherlich darauf zurück, daß Rauff (1893, 1913, 1938) sich mit ganzem Gewicht seiner Autorität dem Standpunkt von Dunikowski (1883) angeschlossen hatte (Ziegler, 1964).
Die Pharetronenfaser besteht aus mehreren, die Nadeln umgebenden, Hüllschichten (siehe Hüllschichten). Am häufigsten sind in der Pharetronenfaser Bruchstücke von Nadeln zu erkennen. Gut erhaltene diactine Spicula sind fast nicht zu finden. Am besten sind triactine und teilweise sogar tetractine Spicula zu erkennen. Um diese Spicula befinden sich meist viele Lagen von Hüllschichten, die das anastomosierende Aussehen der Faser noch verstärken.
Auf Abb. 73 ist ein Ausschnitt des Verlaufs von Pharetronenfasern von Crispispongea parabolis zu sehen.
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