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Trilobiten




Trilobiten Trilobiten (Dreilapper)sind ausgestorbene marine Arthropoden des Paläozoikums. Dank ihrem großen Formen- und Individuenreichtum, ihrer relativ leichten Bestimmbarkeit und ihrer raschen Entwicklung stellen sie viele Leitfossilien. Sie sind durch das ganze Paläozoikum von tieften Kambrium an bekannt. Beschrieben sind etwa 1300 Gattungen.
Der Rücken der Tiere ist durch einen Dorsalpanzer geschützt, während der Hauptteil der Verntralseite ungepanzert blieb. Der Dorsalpanzer läßt sich von vorne nach hinten in 3 Abschnitte gliedern:
Cephalon = Kopfschild
Thorax = Rumpf
Pygidium = Schwanzschild.
Senkrecht dazu können ebenfalls 3 Abschnitte unterschieden werden:
Pleuren
Rhachis
Pleuren.
Trilobiten waren überwiegend epibenthische Bewohner küstennaher, gut durchlüfteter, flacher Meeresbereiche. Augenlose Formen wühlten wahrscheinlich endobenthisch im Schlamm. Da Trilobiten im Gegensatz zu anderen Arthropoden keine differenzierten Mundgliedmassen besaßen, dürften sie winzige Organismen gefressen haben, teilweise waren sie wohl auch Schlammfresser. Nur von einigen Phacopiden werden differenzierte Mundwerkzeuge angegeben, sie gelten als Hinweis auf räuberische Lebensweise.
Die durch das Paläozoikum verbreiteten kaffeebohnen- bis bandförmigen, als Rusophycus oder Cruziana = Bilobites bezeichneten Lebensspuren werden als Ruhe- oder Grabspuren angesehen. In ganzem waren die Trilobiten als mäßige Schwimmer ohne Scheren oder sonstige Verteidigungswaffen ziemlich wehrlos und daher darauf angewiesen, sich zu verstecken. Geringe Beweglichkeit und Abhängigkeit von bestimmten Biotopen führte zur Ausbildung von Endemismen und besonderen Trilobitenprovinzen, wie sie besonders im Unter- und Mittelkambrium zu erkennen waren. Die Blütezeit der Trilobiten war das Kambrium. Mit dem Aufkommen von Nahrungskonkurrenten vom Ordovizium an, wie Graptolithen und Brachiopoden und bald auch von Feinden wie Anomalocarys und schließlich den Fischen, wurden sie schrittweise eingeengt und verdrängt, bis sie im Perm vollends ausstarben.
Agnostus 2 Rumpfsegmente; U-Kambrium bis Ordovizium, besonders wichtig im M-Kambrium mit zahlreichen Zonenfossilien
Paradoxides Glabella stark nach vorn verbreitert, lange Wangenstacheln, ohne Augenleiste, Pygidium klein und lappig, Atlantische Provinz; M-Kambrium
Asaphus große, bis 40 cm lange Trilobiten mit breitem Umschlag, undeutlich begrenzter Glabella, 8 Rumpfsegmenten und großem Pygidium; Ordovizium
Illaenus Ähnlich wie Asaphus, aber Glabella, Rhachis und Pygidium noch undeutlicher, meist 10 Rumpfsegmente; Ordovizium bis U-Silur.
Ähnlich Scutellum im Silur/Devon
Harpes Gesichtsnaht hypopar, deutliche Augenleisten, Siebhaube mit langen Wangenstacheln, Rumpf und Pygidium klein; Ordovizium bis Devon
Phacops Punktiert, Glabella gebläht, Glabellafurchen stark rückgebildet. Augen schizochroal. Tendenz zur Rückbildung der Augen und Verwachsung der proparen Gesichtsnaht. Zwischenring zwischen Glabella und Nackenring. Oft saltersche Einbettung; Silur-Devon
Calymene Gesichtsnaht gonatopar, in propar übergehend. Glabellla mit kräftigen, gerundeten, mehr oder weniger abgeschnürten Lpben; Ordovizium-Devon
Lichas teilweise sehr große Trilobiten, Gesichtsnähte opisthopar, Glabella zeigt anormale Segmentierung und ist mehr oder weniger stark gekörnelt. Cephalon mit Wangenhörnern; U-Ordovizium bis O-Devon
Odontopleura am Cephalon, thorax und Pygidium stark bestachelte kleine Trilobiten. Gesichtsnähte ophistopar; M-Kambrium bis O-Devon


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