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Brachiopoden


Brachiopoden Brachiopoden sind ausschließlich marine, bilateral-symmetrische Organismen mit zweiklappigem Gehäuse. Von den Muscheln, denen sie gestaltlich und ökologisch ähneln, unterscheiden sie sich grundlegend. Im Verhältnis zum lebenden Tier (anatomisch) sitzen ihre Klappen oben und unten, bei den Muscheln links und rechts. Entsprechend ist jede Brachiopoden-Klappe in sich bilateral-symmetrisch, während die Symmetrieebene bei den Muscheln zwischen beiden Klappen verläuft.
Die meisten Brachiopoden befestigen sich mittels eines fleischigen Stieles am Untergrund. Diejenige Klappe, durch die der Stiel durchtritt, heißt Stielklappe. Die Gegenklappe birgt die Arme (Lophoporen), die meist durch ein kalkiges Gerüst gestützt werden, und heißt Armklappe.
Brachiopoden werden in die Klassen Inarticulata (ohne Schloß) und Articulata (mit Schloß) gegliedert und sind getrennt geschlechtlich. Die Blütezeit der Brachiopoden lag im Paläozoikum. Rezent sind etwa 70 Gattungen bekannt, fossil 1700.
Fast alle heutigen Brachiopoden sind marine, benthische, sessile, epifaunische Strudler. Unter den fossilen Brachiopoden waren nur einige wenige vielleicht epiplanktisch, einige sind Sedimentfresser geworden. Die Befestigung durch den Stiel ist bei heutigen Formen permanent. Bei rezenten Formen ist der Stiel meist kurz. Er dient als Anker, zugleich als Träger. Meist werden harte Substrate, wie festes Gestein, Schalen, Korallen etc. zur Anheftung bevorzugt.
Brachiopoden ernähren sich aus supendierenden Teilchen, die durch Cilien in einem Wasserstrom herangestrudelt werden. Da dies ohne Sortierung geschieht, sind auch anorganische Teilchen dabei. Die Nahrung besteht vor allem aus Diatomeen und Dinoflagellaten.
Brachiopoden sind fast immer getrennt geschlechtlich und sehr frühzeitig geschlechtsreif. Die Befruschtung erfolgt meist im freien Wasser, in das die Geschlechtsprodukte ausgestossen werden. Einige Articulata haben jedoch auch "Bruttaschen" aus modifizierten Nephriden. Zur Befruchtung ist eine dichte Besiedlung wichtig, daher kommen Brachiopoden vielfach in Nestern -lokal gehäuft- vor. Brachiopoden wachsen zeitlebens, bei Waltonia sind 7-8 Jahre beobachtet worden. Geschlechtsreif werden sie bereits nach 2-3 Jahren.
Als Feinde der Brachiopoden kommen marine Reptilien, Ammoniten, Fische, Crustaceen, Seesterne und z.T. auch bohrende Gastropoden in Betracht. Die Gehäuse älterer Brachiopoden sind meist von Fremdorganismen wie Schwämmen oder Hydrozoen und Bryozoen besiedelt.
Inarticulata: Lingulida Gehäuse hornig-phosphatisch, kleine längliche Klappen, sehr langer, beweglicher Stiel; Kambrium bis rezent
Articulata: Strophomedida Gehäuse mit kalkigker Schale, gerader Schloßrand, pseudopunctate Formen. Meist eine konkave und eine konvexe Klappe mit radialer Berippung; Ordovizium bis Jura.
Pentamerida Diese Ordnung hat impunctate Schalen. Ihre wenigen Vertreter sind großwüchsig und stark gewölbt. Sie haben einen kurzen Schloßrand und ein offenes Delthyrium; Ordovizium bis Perm
Rhynchonellida Impunctate und faserige Schalen, mehr oder weniger kugelige Gehäuseform, kurzer Schloßrand. Meist sind sie mit Sinus und Wulst sowie einem kurzen Schnabel der Stielklappe versehen. Bikonvexe, einfache Cruren bilden die Basis der fleischigen Arme. Das Delthyrium wird durch Deltidialplatten von den Seiten her eingeengt, meist bleibt ein rundes Loch unter dem Wirbel für den Stiel; seit dem M-Ordovizium. Besonders artenreich im Mesozoikum.
Spiriferida Große Gruppe mit überwiegend impunctater, bei wenigen Gattungen aber punctater Schale. Die radial berippten oder gefalteten Gehäuse sind kräftig bikonvex. Ein spiraliges Armgerüst ist kennzeichnend. Meist ist eine deutliche Interarea in der Stielklappe entwickelt, nicht dagegen in der Armklappe. Das Delthyrium der Stielklappe ist offen oder wird von Deltidialplatten eingeengt; M-Ordoviium bis O-Perm. Wenige Formen bis Lias.
Terebratulida Punctate Brachiopoden mit meist glatten, seltener gefalteten Klappen, kurzem Schloßrand und Schleifen-Armgerüst. In der Schnabelregion ist ein rundes Foramen; Devon bis rezent. In der Kreide besonders artenreich.


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